Kinder können eine super Kraftquelle sein, sie können einem aber auch den letzten Nerv rauben. Manchmal liegt’s jedoch gar nicht am Sohn oder der Tochter, sondern an bzw. in uns selbst, wenn wir wegen des Nachwuchses aus dem Gleichgewicht kommen …
Schau mal, was meine Unterstützerin ANNA dazu zu erzählen hat – und wie sie sich über ihre Gedanken und ihren Körper selbst wieder in Balance bringt – Seelenbalancieren in Reinform:

Ja, manchmal glaube ich echt, ich bin eine Glucke, eine Helikopter-Mutter, overprotective – oder was man sonst noch Diskriminierendes sagt über Mamas, die sich gern um ihr Kind kümmern und ihm viel abnehmen wollen. Mir gefällt ja für mich besser das Bild von Mrs. Weasley, der engagierten und besorgten siebenfach-Mutter von Harry Potters FreundInnen Ron und Ginny. Aber auch die muss damit klarkommen, dass ihre Kinder ziemlich gut ohne sie auskommen …

Ein typisches Beispiel aus meiner eigenen Familie: Unser Teenager-Nachwuchs ist zwar ziemlich häuslich, hat aber manchmal irgendwelche Mehrtagesausflüge. Davor laufe ich jedes Mal zu nervöser Hochform auf, ob unsere “Nr. 1”, – es blieb bei einem Kind, aber umso mehr stimmt dieser Titel ;-)  – auch wirklich an alles denkt, was sie brauchen könnte. Und zwar bitte für alle möglichen Notfälle des Lebens!

Dabei unterschätze ich regelmäßig, wie unabhängig Nr. 1 inzwischen ist: Als ich sie neulich überraschend nach einer einwöchigen Klassenfahrt vom Zug abgeholt habe, ist sie mir nicht in die Arme gefallen – das wäre ja auch zuu schön gewesen -, sondern ist an mir vorbei gegangen und hat dabei gemurmelt, “ich hatte mich schon so gefreut, allein mit der U-Bahn heimzufahren”. Mamafrust …

Gerade ging’s um einen Wochenendausflug mit der Clique in die Berge. Es wurde am Vorabend spät und später, gepackt war noch nix. Das stresst mich! Am liebsten würde ich dann selbst alles herrichten. Geht natürlich nicht. Also anschieben, Ratschläge geben, nachfragen … Unser Sprössling blieb erstaunlich gelassen und signalisierte, nicht bemuttert werden zu wollen. Als ich anbot, am Abfahrtstag extra mittags heimzukommen, um das Broteschmieren und Rucksackpacken wenigstens im Hintergrund zu begleiten, stieß ich bei Vater und “Kind” auf Unverständnis. Meine Angebote verpufften im Off …

Hilfe, die haben ja Recht – so überbemutternd will ich doch gar nicht sein, das widerspricht total meinen pädagogischen Ansprüchen! Autonomie, Selbstständigkeit, Lernen aus Erfahrungen – so etwas will ich fördern. Trotzdem ging’s mir nicht gut.

Ich spürte, wie sich die ganze Situation richtiggehend in meinem Nacken als Verspannung festsetzte. Da fiel mir der alte Selbstcoachingtrick ein: Was würde ich meiner besten Freundin in dieser Situation raten? Als Beraterin meiner selbst musste ich nach Langem mal wieder an den Weisheitssatz denken, den wir damals auf die Geburtsanzeige unseres Wunschkindes geschrieben hatten:

“Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln.
Wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel.”
(Aus Indien)

Damit ging’s mir schon ein Stück besser. Das mit den Wurzeln haben wir, glaube ich, prima hingekriegt. Jetzt ist’s Zeit für die Flügel!

Und meine eigenen Flügel habe ich dann auch spontan entfaltet: Da es eine warme Sommernacht mit schönem Mondlicht war, habe ich auf unserem Balkon eine kleine Sequenz Qigong eingelegt. Es hatte, wie immer, eine  wunderbare Wirkung, und schon nach circa zehn Minuten fühlte ich mich ruhig, entspannter, zuversichtlich und gestärkt. Ich konnte nun ins Bett gehen und mich drauf verlassen, dass unser großes Kind das schon alles gut hinkriegen wird.

Nr. 1 war übrigens beim Packen ziemlich autonom und hat die Gegenstände, die wir eifrigen Eltern (ja, auch der Papa!) noch als “just in case”-Hilfen beigesteuert haben, absichtlich daheim liegen lassen: Regenhose, Thermofolie, Küchenpapier … Und natürlich wurde es für alle Familienmitglieder ein schönes Wochenende.

ANNA hat sich also einerseits über “Reframing”, nämlich den gedanklichen Umweg, was sie einer Freundin raten würde, und über das stärkende Zitat, das sie zu positivem Denken bewegt hat, gestärkt. Andererseits konnte sie sich mit den harmonisierenden Bewegungen und der tiefen Atmung beim Qigong über Bodyfeedback aus ihrem hausgemachten Stress helfen.

 

PS: Das Foto zeigt übrigens die Flügelsandalen einer antiken Hermes-/Merkurstatue im Archäologischen Nationalmuseum in Neapel. Sind die Flügelchen, auch am inneren Knöchel, nicht entzückend?

PPS:

Tipp: Dieser Aufsatz ist Teil meines dritten Buchs “Wechsle mal die Brille! Impulse und Methoden zur Selbststärkung im Alltag”, das im Oktober 2018 erschienen ist.

 

Und jetzt Du: Wie bringst Du Dich in innere Balance, wenn Du Dir wegen Deines Nachwuches zu viele unnötige Sorgen machst?

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