Wo stehe ich gerne dazu, dass ich „altmodisch“ bin, „old fashioned“, „old school“? Bei Werten, Geschmacksvorlieben, Verhaltensweisen, technischer Ausstattung?
Wo möchte ich mich allmählich einer Neuerung öffnen?
Die wahrlich altmodischen Gegenstände oben habe ich mal in meinem früheren Münchner Wohnviertel gefunden, bei den größtenteils sehr modern bestückten Maxvorstädter Hofflohmärkten. Das unverkäufliche Grammophon hat tatsächlich alte Schlager auf Schellackplatten gespielt! Ich sammle bei so einem Spaziergang möglichst nur Ideen und Fotos, nicht Gegenstände – unsere Wohnung ist schon voll genug …
Dabei fand ich auch diese (für mich) hinreißenden Beschriftungen auf der Rückseite alter Photographien. (Absichtlich ausnahmsweise altmodisch geschrieben. Ansonsten habe ich mich bereits auf das moderne „Fotografien“ umgestellt. Hmmm … vielleicht kehre ich doch wieder zurück?!) Welch inspirierende Vorlagen für Handlettering!


Althergebrachte Moden bewusst zu zelebrieren – herrlich, oder!?
Wie Du es, liebe Sandra, auch in deinem aktuellen Nachrichtenbrief schilderst.
In Büchern aus Papier zu schmökern, eine raschelnde Zeitung zu lesen, den Blick über die ganze Seite schweifen zu lassen.
Gebrauchsgegenstände wert zu schätzen, sich zu freuen, wenn sie nochmal repariert werden können, Mottenlöcher in der Kleidung zu stopfen, den fehlenden Knopf anzunähen und mich dabei an den unzähligen Nähseiden in allen Farben zu freuen, die ich von meinem Schneider-Großvater übernommen habe.
Briefe von Hand zu schreiben (leider viel zu selten). Mit Sprache zu spielen, Begriffe zu verwenden, die fast schon vergessen sind. Über einem Satz zu brüten, bis exakt das da steht, was ich ausdrücken möchte. Diese Freude lass ich mir von keiner KI nehmen.
Alt-modische Gegenstände sind oft mit viel Liebe und Idee gestaltet, sie bergen interessante Geschichten. Sich Zeit zu nehmen, ihnen zu lauschen, sie zum sprechen zu bringen, kann beglücken und inspirieren. So wie auch betagte, vermeintlich „altmodische“ Menschen, mit denen viele Jüngere erst mal nichts anzufangen wissen, unglaublich spannend erzählen können, wenn wir sie nur fragen und ihnen zuhören.
Altes und Neues können doch wunderbar nebeneinander stehen, sich ergänzen oder gar verschmelzen. Und schwuppdiwupp ist wieder was Neues entstanden…
Meine Sinne sind durch dein Nachdenken über „Altmodisches“ neu geschärft. Dafür dankt Dir Doris 🙏🥰
Liebe Doris,
welch wunderschöne Beispiele, herzlichen Dank, dass du sie mit uns teilst! Und fein, dass ich dich zum Nachdenken inspiriert habe!
Ich habe übrigens gleich heute in einem Kurzvideo das schön altmodische Wort „Gemach“ verwendet. 😊
Und jetzt noch herzlichen Glückwunsch zum 17. Geburtstag von „Balance“. Unbedingt Grund zu feiern 🎉👏🥰
Vielen lieben Dank, Doris! 💜
Weil sich Doris in ihrem ersten Kommentar drauf bezieht, ergänze ich hier gerne noch ein paar meiner „altmodischen“ Vorlieben und Werte, die ich in meinem letzten BALANCE-Nachrichtenbrief (August 2026) berichtet habe:
Ich habe Bücher lieber in Papier als als E-Book (nutze aber auf Reisen auch gerne mal meinen Reader): zum Anfassen, Schnuppern und um die Orientierung zu behalten.
Ich gebe Dingen, die bereits in der Welt sind, gerne eine zweite Chance – statt „Fast Fashion“ und Wegwerfen: Second-Hand-Shops, offene Bücherregale, Dinge reparieren, Kleidung abändern (z.B. färben) oder selbst machen (Pullover stricken) …
Ich liebe ein bestimmtes altmodisches Strandbad in den Bergen, jedoch mit moderner Garderoben- und Toilettenausstattung. Du wirst mich nicht in einem Spaßbad mit Krawall finden.
Ich nutze KI vorsichtig und selten; da öffne ich mich an manchen Stellen, aber auf jeden Fall nicht für generative KI. Ich lasse mir von KI die Freude am Schreiben, Gestalten und Videodrehen nicht abnehmen, auch nicht die Verantwortung für meine eigenen Werke!
Ich bin durch meine Onlineaktivitäten umzingelt von Menschen, die mir jeden Tag immer noch begeisterter davon erzählen, was sie alles nicht mehr selbst machen müssen und wieviel Zeit sie angeblich damit sparen … Bis hin zu „Texte in meiner Sprache schreiben“ und „Videos erstellen lassen, sodass sie nach mir aussehen und von der Stimme her wie ich klingen“. Echt nicht meine Welt.
Alles, was du im Umfeld von BALANCE von mir liest oder siehst (Zeichnungen, Gestaltung meiner Website und dieses Nachrichtenbriefs, Fotos, Texte, Videos etc.) ist von mir selbst gemacht! Handmade with love and passion. 💜 Und ohne Perfektionismusanspruch (du findest hier ein Video mit Tipps dazu).
(Nein, stimmt nicht ganz. Ich bekenne: Für die Verkaufsseiten meiner Produkte habe ich ein paar Fotos gekauft, aber nur solche, die von mir selbst stammen könnten – allerdings in besserer technischer Qualität.)
Dass dieser Brief hier seit vielen Jahren „Nachrichtenbrief“ und nicht „Newsletter“ heißt, hat seine Gründe. So sehr ich Englisch mag und gerne nutze.
Und falls es „old school“ ist, Inhalte auf wissenschaftlicher (in meinem Fall psychologischer) Basis in die Welt zu bringen: Dazu stehe ich voll und ganz.